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Gründungsmitglieder des Vereins "jung"

Auftaktveranstaltung des Vereins „jung“ an der JKU Linz


Vergangenen Donnerstag fand an der Linzer Johannes-Kepler-Universität die Auftaktveranstaltung des Vereins „jung – Interdisziplinäre Vereinigung für Jugendrecht und Jugendhilfen“ zu dem Thema „Jugendkriminalität – was tun?“ statt. Rund 150 Gäste aus Sozialbereich, Justiz, Wissenschaft, Anwaltschaft und Politik lauschten im ausgebuchten Saal den spannenden Vorträgen und diskutierten gemeinsam mit Moderator und Staatsanwalt Mag. Philip Christl.

Zahl der Verurteilungen im Zehnjahresvergleich gesunken

Reges Interesse an dem neu gegründeten Verein.

Im Eröffnungsvortrag präsentierte Univ.-Prof. Dr. Alois Birklbauer Anzeige- und Verurteilungsstatistiken von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Anhand dieser Zahlen belegte er eindrucksvoll, dass – entgegen der breiten medialen Berichterstattung – die Zahl der Verurteilungen im Zehnjahresvergleich um ein Drittel gesunken ist und es auch keine Belege gebe, dass Gewalttaten brutaler geworden seien. Demgegenüber sei der Anteil ausländischer Jugendstraftäter bei Raub und Suchtmitteldelikten höher geworden als der inländischer Jugendlicher. Ungünstige, die Kriminalität begünstigende Faktoren wie Entwurzelung und fehlende Integration seien einige der Ursachen hierfür.

Einbindung statt Ausgrenzung

Sodann stellten Psychologe Mag. Roland Urban von der Sozialen Initiative und Betreuerin Laura Halasz das Projekt „Moverz“ vor. Dabei werden junge Menschen zu „Peers“ ausgebildet, die sich dann um in Wohngruppen untergebrachte Jugendliche kümmern. Das zugrundeliegende Credo ist „Beteiligung“, also die Einbindung von Kindern und Jugendlichen in Entscheidungsprozesse zu allen Themen, von denen sie mittelbar oder unmittelbar betroffen sind. Die Gründe, warum viele auf die schiefe Bahn geraten, seien oft das Fehlen von Geborgenheit innerhalb der Familie oder von echten Freunden, so Laura Halasz.

Sozialnetzkonferenzen als Resozialisierungsmaßnahme

Zu guter Letzt präsentierte DSA Harald Felbermair vom Verein NEUSTART Projekte, durch die den Jugendlichen im Rahmen von Bewährungshilfe die Haft erspart bleiben soll. Eines der Prestigeprojekte ist etwa das „Mauthausen-Projekt“, bei dem Jugendliche oder junge Erwachsene im Rahmen eines Rundgangs durch die KZ-Gedenkstätte einen Anstoß zur Reflexion erhalten sollen. Ferner betonte Harald Felbermair die positiven Erfahrungen, die mit Sozialnetzkonferenzen erzielt werden: Hier werden Familie und Freunde inhaftierter Jugendlicher „aktiviert“, um gemeinsam Problemlösungen für die Zeit nach der Haftentlassung zu finden und somit weitere Straftaten zu verhindern.

Zur Entstehung des Vereins „jung“

Der Verein jung wurde im Sommer 2019 von VertreterInnen des Sozialbereiches, der Justiz, der Wissenschaft und der Rechtsanwaltschaft, unter ihnen unsere Anwältin Birgit Meisinger, gegründet. Seine Ziele: Die verschiedenen Professionen zu vernetzen, die fachliche und öffentliche Diskussion in der Jugendkriminalrechtspflege sowie der Jugendkriminal- und Jugendhilfepolitik zu fördern, und damit und unter Berücksichtigung der wissenschaftlichen Erkenntnisse und praktischen Erfahrungen einen Beitrag zur Lösungsfindung im Hinblick auf jugendliche Straftäter und „Problemjugendliche“ zu leisten. Das Motto des Vereins: „Jugendnetzwerk gewinnt“.

 

26. Januar 2020

 
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