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Wirtschaftsrecht | Haslinger / Nagele, Illustration: Karlheinz Wasserbacher

Straf­verteidigung


Vom Ermittlungsverfahren bis zum Urteil. Eine wirksame Verteidigung beginnt nicht erst vor Gericht. Wer früh handelt, kann seine Rechte bereits im Ermittlungsverfahren gezielt wahrnehmen und die Grundlage für das weitere Verfahren schaffen.

Drei Teammitglieder des Strafrechtsteams koordinieren einen Mandatstermin im Kanzleiflur.

Zur Aufklärung von mutmaßlichen Straftaten, unter anderem nach dem Strafgesetzbuch (StGB), ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft gegen verdächtige Personen. Erhärtet sich der Verdacht, kommt es zur Anklage (Anklageschrift oder Strafantrag). Über Schuld oder Unschuld des Angeklagten entscheidet anschließend ein unabhängiges Gericht.

Wichtig dabei: Ein Verdacht kann falsch sein, unabhängig davon, wie viele scheinbare Beweise vorliegen. Genau hier setzt die Strafverteidigung an. Kontaktieren Sie uns im strafrechtlichen Notfall telefonisch:

Warum eine Strafverteidigung wichtig ist

Der Strafverteidiger schützt die Grundrechte von Beschuldigten und Angeklagten. Unabhängig davon, ob ein Freispruch oder ein möglichst mildes Urteil angestrebt wird, nur durch die Auseinandersetzung und, wenn nötig, auch Konfrontation mit Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht lässt sich ein faires Verfahren sicherstellen.

Typische Maßnahmen im Ermittlungsverfahren

Die Strafprozessordnung (StPO) sieht eine Reihe von Maßnahmen vor, die einen Beschuldigten treffen können, zum Beispiel:

  • Beschuldigteneinvernahme
  • Festnahme
  • Hausdurchsuchung
  • Sicherstellung des Handys / Beschlagnahme
  • Bankkontenöffnung

Richtig reagieren

Oft beginnt ein Ermittlungsverfahren für den Beschuldigten scheinbar harmlos, durch einen Anruf der Polizei oder eine Ladung per Post. In beiden Fällen sollten Sie rasch reagieren. Je früher ein Strafverteidiger beauftragt wird, desto früher kann durch Akteneinsicht Klarheit über die konkreten Vorwürfe geschaffen werden.

Die Rolle des Strafverteidigers im Ermittlungsverfahren

Erst nach Akteneinsicht sollte entschieden werden, ob die Aussage verweigert wird oder nicht. Ein Strafverteidiger kann außerdem beurteilen, ob Grundrechte durch die Ermittlungen verletzt wurden und ob deswegen ein Einspruch wegen Rechtsverletzung erhoben werden sollte.

Ein Strafverteidiger bereitet zudem den Beschuldigten auf die Hauptverhandlung vor und vertritt ihn vor Gericht.

Rechtsmittel gegen ein Urteil

Gegen ein Urteil können unter bestimmten Voraussetzungen Rechtsmittel eingelegt werden, mit denen ein Urteil auf seine rechtliche und tatsächliche Richtigkeit überprüft werden kann. Ob und in welcher Form ein Rechtsmittel zulässig ist, hängt von der Art des Verfahrens und den Umständen des Einzelfalls ab. Wer von einem Urteil betroffen ist, das er für falsch hält, sollte mit einem Strafverteidiger besprechen, ob das Urteil mit Berufung oder Nichtigkeitsbeschwerde bekämpft werden soll.

Häufig gestellte Fragen

Was soll ich tun, wenn mich die Polizei anruft oder mir eine Ladung zugestellt wird?

Ruhig bleiben und möglichst rasch einen Strafverteidiger kontaktieren, bevor Sie sich zu den Vorwürfen äußern oder einen Termin wahrnehmen.

Muss ich bei der Polizei sofort aussagen?

Nein. Als Beschuldigte(r) haben Sie das Recht, die Aussage zu verweigern. Ob das im konkreten Fall sinnvoll ist, sollte erst nach Akteneinsicht mit einem Strafverteidiger geklärt werden.

Wann sollte ich einen Strafverteidiger beauftragen?

So früh wie möglich. Idealerweise schon beim ersten Kontakt mit den Ermittlungsbehörden, nicht erst kurz vor der Hauptverhandlung.

Was bringt mir die Akteneinsicht?

Sie schafft Klarheit darüber, welche konkreten Vorwürfe und Beweise vorliegen, und ist die Grundlage für jede weitere Verteidigungsstrategie.

Was ist der Unterschied zwischen Berufung und Nichtigkeitsbeschwerde?

Die Berufung ermöglicht eine inhaltliche Überprüfung von Schuldspruch und Strafhöhe. Die Nichtigkeitsbeschwerde richtet sich hingegen gegen konkrete Rechts- oder Verfahrensfehler im Urteil.

Kann ein falscher Verdacht trotz Beweisen entkräftet werden?

Ja. Auch scheinbar eindeutige Beweislagen können sich als unzutreffend erweisen. Die Aufgabe der Strafverteidiger ist es, das zu prüfen und im Verfahren geltend zu machen.

Glossar

Akteneinsicht

Recht des Beschuldigten (zumeist ausgeübt durch seinen Verteidiger), Einsicht in den Ermittlungs- oder Gerichtsakt zu nehmen, um die Vorwürfe im Detail zu kennen.

Anklageschrift / Strafantrag

Schriftstück, mit dem die Staatsanwaltschaft formell Anklage gegen eine Person erhebt und damit das Hauptverfahren einleitet.

Berufung

Rechtsmittel gegen ein Urteil, mit dem je nach Verfahrensart die Schuldfrage, die Strafhöhe oder die privatrechtlichen Ansprüche erneut überprüft werden können.

Beschlagnahme

Gerichtlich bewilligte Sicherstellung von Gegenständen (z. B. Dokumenten, Datenträgern), die als Beweismittel dienen können.

Beschuldigteneinvernahme

Befragung einer verdächtigen Person durch Polizei oder Staatsanwaltschaft zu den ihr vorgeworfenen Taten.

Hauptverhandlung

Der öffentliche Gerichtstermin, zu dem der Angeklagte und Zeugen befragt sowie andere Beweise vorgeführt werden und am Ende über Schuld oder Unschuld entschieden wird.

Hausdurchsuchung

Durchsuchung von Wohn- oder Geschäftsräumen durch Ermittlungsbehörden zur Sicherung von Beweismitteln.

Nichtigkeitsbeschwerde

Rechtsmittel gegen ein Urteil, mit dem ausschließlich Rechtsfehler geltend gemacht werden, nicht die Beweiswürdigung an sich.

StGB (Strafgesetzbuch)

Gesetz, das festlegt, welches Verhalten strafbar ist und welche Strafen dafür vorgesehen sind. Daneben gibt es noch andere Gesetze, die dies für Spezialbereiche regeln.

StPO (Strafprozessordnung)

Gesetz, das den Ablauf eines Strafverfahrens von den Ermittlungen bis zum Urteil regelt.

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